Ein Plädoyer an das kreative “Werkeln” mit seinen Händen; (nicht nur) während der Coronakrise

Kinder begreifen die Welt mit ihren Händen. Sie lernen Fertigkeiten mit ihren Händen indem sie berühren, spüren, angreifen, verschiedene Materialien mit Mund und Händen erforschen und „untersuchen“.

Hände brauchen, generell der Körper braucht, u.a. verschiedene taktile Reize (Reize vom Spürsinn), um sich ein Bild von der Umwelt, aber auch von sich selbst, vom eigenen Körper zu entwickeln. Der Mensch spürt sich dadurch selbst  – in Kombination mit Bewegung. Taktile und andere Sinneswahrnehmungen lassen die Welt zu einer erlebbaren Welt werden.

“Im Greifen begreifen wir uns selbst”
Heinz Deuser, “der haptische Sinn”, Beiträge zur Arbeit am Tonfeld, verlag modernes
Lernen, 2009

In unserer Gesellschaft und Kultur wird Wissen und Technologie hoch gehalten. Der „postmoderne“ Mensch verbringt im Allgemeinen die meiste Zeit im Sitzen, vor dem PC; spürt mit seinen Händen bei der Arbeit meist nur noch glatte Oberflächen wie Tastaturen und Touchscreens von verschiedensten elektronischen Geräten.

Über 2000x pro Tag wird anscheinend das Handy zur Hand genommen?!

In dem Buch “Ich schraube, also bin ich”, erzählt der Philosoph und Mechaniker Matthew B. Crawford “vom Glück, etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen”. Aus seiner Sinnkrise findet er durch die manuelle Arbeit in seiner Harley-Werkstatt.

“Ein Philosoph singt das Hohelied des Handwerks”

die Welt

Matthew B. Crawford, “vom Glück, etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen”, List Verlag, 2016

Nutzen wir derzeit die Coroankrise (und die Zeit, die wir durch die Krise bekommen haben), um etwas mit unseren Händen zu tun. – Z.B. Teige zuzubereiten, beim Gärtnern in die Erde zu greifen, Holz zu sägen, zu schrauben, mit Ton zu arbeiten, …

Was wirst du als nächstes mit deinen Händen schaffen?

Welches Projekt wirst du starten?

PS: Töpfer-Workshops in meinem Atelier werde ich voraussichtlich, wenn es die Situation rund um Corona erlaubt, ab Sommer wieder anbieten.

Die elektrobetriebene Töpferscheibe ist eingeschaltet. Wasser in einer Schale steht vor mir und Töpferwerkzeug liegt bereit.

Ich werfe die geknetete, zu einer Kugel geformten Porzellanmasse in die Mitte der Drehscheibe, befeuchte meine Hände und “zentriere” die Masse. Jetzt mache ich einen Zylinder, ziehe den Ton hoch: die Finger meiner rechten Hand aneinandergereiht an der Außenseite, drei Finger meiner linken Hand innen mitführend, während die Wand höher und dünner wird. Übe ich innen mehr Druck aus, formt sich das Gefäß nach außen. Die rechte Hand gibt von außen Halt; linke und rechte Hand arbeiten optimal zusammen. So forme ich Schalen und Becher. Ist zum Beispiel der Becher oder die Schale fertig, nehme ich einen Draht, und ziehe ihn bei laufender Drehscheibe unter dem Gefäß durch. Nun kann ich es vorsichtig von der Töpferscheibe heben.

… um am nächsten Tag wieder daran weiter arbeiten zu können.

Welch schönen Beruf habe ich erlernen dürfen!

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