und täglich grüßt das Murmeltier Teil 2

Musen mögen es gerne ordentlich und strukturiert?

Das Buch „für mein kreatives Pensum gehe ich unter die Dusche*“ von Mason Currey zeigt, dass Musenküsse oft nicht ausschließlich passieren, sondern auch viel mit strukturiertem und diszipliniertem Arbeiten zu tun haben.

Schilderte ich im ersten Teil dieser Blogreihe „und täglich grüßt das Murmeltier“ das Töpfern als gleichförmige Arbeit, als Art „Ritual“, so erhascht du hier im zweiten Teil einen kleinen Blick ins Atelier; in meinen beschaulichen Alltag als Kreativunternehmerin:

Gleich zu Beginn: meine Tagesstruktur ist ein Gerüst, über das sich mein Leben spannt; jedoch ist sie nicht in Stein gemeißelt, sondern veränderbar. – Und ich bin nicht immer so konsequent, wie es hier erscheinen mag. – Frag meinen Mann! 😉

Um 6h10 weckt mich mein sonnenheller Lichtwecker mit Vogelgezwitscher, das so laut ist, dass ich gerne aus dem Bett hüpfe und den Wecker auf der Kommode ausschalte.

Im Sommer, frühmorgens kurz vor halb 7:

  • setze ich Wasser für Tee auf
  • schwimme ich bis zu 10 Runden im Naturpool
  • spüre ich unter meinen Fußsohlen kein Tau am Gras, greife ich zum Gartenschlauch und wässere die Rosen, die Erdbeeren am Hang und den Radichio im Hochbeet,
  • füttere ich unsere Katzen
  • und trinke meinen ersten Porzellanbecher Tee. Dabei habe ich für mich noch eine kurze „Stille Zeit“, bevor der Alltag los geht. Ab und zu schreibe ich dabei in mein Tagebuch: wofür ich dankbar bin, oder was sich sonst so tut. Manchmal lese ich auch in der Luther-Bibel.

Im Winter, frühmorgens kurz vor halb 7:

  • setze ich Wasser für Tee auf
  • laufe barfuß wie ein Blitz weniger als 40 Sekunden durch den Schnee
  • ziehe danach gestrickte Wollsocken an
  • füttere unsere Katzen
  • trinke meinen ersten Porzellanbecher Tee. Dabei… (siehe oben).

Wenn noch Zeit ist, folgt vor dem Frühstück ein kurzer Spaziergang durch den Wald mit Freundin Maria und dem Hunderl Alice. Hin und wieder jogge ich auch, bzw. ich versuche ein Ballett-Workout durchzuhalten. (-Das klingt jetzt glamouröser, als es tatsächlich ist).

Bin ich ein Morgenmensch? Ja!

(Brauche ich beim Workout Abwechslung? Definitiv! Mir wird dabei schnell mal fad…)

 

Sonntagsfrühstück – sobald es geht: „outdoor“

mein Frühstück:

  • Ich esse entweder Hirsebrei mit Früchten und am Wochenende Ei plus Vollkornbrot mit Butter.
  • Ich bin Kräuterteetrinkerin
  • Nur Samstag und Sonntag duftet es bei uns morgens nach Kaffee, den übrigens mein Mann zubereitet; denn der Barista im Hause ist mein Mann.
  • Ganz oft startet mein Tag auch zuerst mit einem Gang zum Brennofen, – barfuß und mit Pyjama. Nur schnell die Stiege runter und mit den Worten zu meinem Mann:

„ich bin eh gleich wieder da!“

– Manchmal stimmt das auch.

Büroarbeit und Handycheck am Heimtrainer

Nach einem kurzen Handy-Email-Facebook-Instagram-Check (am Heimtrainer) und ein paar Handgriffen im Haushalt (Waschmaschine einräumen, Küche aufräumen) gehe ich spätestens um 9 Uhr ins Atelier hinunter; die Verbindung ist eine braun-gesprengelte Terrazzostiege aus den 70-er Jahren. Zu meinem Atelier gehört auch mein Büro.

  • Montagvormittag arbeite ich an einem Buchprojekt (alle zwei Wochen mit Elisabeth Bernhofer).
  • Dienstag Vormittag zahle ich Rechnungen, beantworte längere Emails, schreibe Newsletter … Dienstag Nachmittag arbeite ich als Ergotherapeutin außer Haus
  • Mittwochs und Donnerstags sitze ich an der Töpferscheibe.
  • Freitagvormittag bin ich „Wirbelsäulenturnen“ im Fitnessstudio, nachmittags wird das Atelier aufgeräumt.
  • der Samstag und der Sonntag gehören Großteils meiner Familie; zwischendurch tauche ich ins Atelier ab;

meine Familie weiß, wo sie mich findet. Die hungrigen Katzen auch.

  • Über die Sommermonate und vor Weihnachten bin ich mindestens einmal im Monat am Wochenende auf einem Markt und verkaufe mein getöpfertes Porzellan (siehe h i e r unter Neuigkeiten)

Das Töpfern ist eine gleichförmige Tätigkeit.

Es ist dreckig, anstrengend und der Ablauf ist immer gleich. Ist es fad? Nein, es verlangt höchste Konzentration und Sorgfalt. Mehr zum kreativen Arbeiten und zum Töpferprozess siehe h i e r.

Mittags koche ich

  • kurz vor 12h
  • und meistens sehr gesund
  • gegessen wird von Porzellantellern und -schalen (das zweite Wahl-Geschirr „wandert“ vom Atelier oft in die Küche hinauf)
  • Nach dem Essen halte ich eine kurze Siesta mit einem Buch (da ist wieder Punkt 3; siehe h i e r )
  • Nachmittags ab 14h bin ich wieder im Atelier und/oder Büro:

Arbeite am Morgen wie ein Schöpfer. Am Nachmittag wie ein Manager.**

Abends:

lese ich Bücher oder ich recherchiere in diversen Wohn-, Styling-, Designmagazinen, wie Elle Decoration, Schöner Wohnen Styling oder Living at Home.

Kurz vor dem Schlafengehen schaue ich dann noch einmal zum Brennofen:

Nur die Stiege schnell runter; barfuß; und: „ich bin eh gleich wieder da!“

 

PS: Warum es bei uns zu Weihnachten Himbeerauflauf statt Sauerkraut und Bratwürstel gibt, …

… und warum am Muttertag unsere Söhne auf Nachbars Blumenhang klettern, erzähle ich dir vielleicht ein anderes Mal.

Denn auch in unserer (Groß)-Familie haben wir so manche Rituale:

  • saisonbedingt,
  • feiertagsbeeinflusst,
  • oder einfach aus einer Nostalgie heraus.

Wie gesagt: diese erzähle ich dir vielleicht irgendwann, irgendwo.

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*Titel der deutschen Fassung, Kein & Aber Verlag, 2014 // Originalausgabe: „Daily Rituals. How Artists Work.“, Alfred A. Knopf Verlag, 2013

**Kerstin Hack h i e r

1 Antwort

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  1. […] Tagesstruktur (siehe h i e r) ist nicht festgefahren und verändert sich immer wieder; denn sehr flexibel und sehr spontan bin […]

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