Interview mit Andrea Seebacher von “ACHTSAM Kosmetik”

Vor einem Jahr startete ich die Blogreihe “older, but better, and…”

Anlässlich meines eigenen 50-ers ist mir die Idee gekommen, Frauen zu interviewen, die beruflich noch einmal einen neuen Weg eingeschlagen haben, nachdem sie die 40 überschritten hatten. “Older, but better and …

Heuer macht den Auftakt zu dieser Interviewreihe Andrea Seebacher, die Gründerin und Kosmetikexpertin von ACHTSAM Kosmetik. Eine österreichische Bio-Kosmetik mit ausschließlich heimischen Zutaten:

  • regional
  • biologisch
  • nachhaltig
  • und vegan

Mehr zu ACHTSAM Kosmetik erfährst du hier auf der Webseite von ACHTSAM Kosmetik.

Besonders mag ich das Massageöl von ACHTSAM Kosmetik. Siehe h i e r  auf meinem Blogartikel

Doch nun zu Andrea Seebacher und ihrem Werdegang:

Es duftet nach Lavendel und Zirbe

Wir biegen in den schönen Meierhof des Stiftes St. Florian, und sehen linker Hand die Manufaktur von ACHTSAM Kosmetik, wo sich auch gleich nebenan der schöne Store von Andrea Seebacher befindet.

Der sonst so belebte Innenhof des Meierhofes ist seit der Pandemie nur sehr rar besucht. Kamen vor der Pandemie scharenweise die Busse zum Stift St. Florian und in den Meierhof, sind es derzeit “Insider” die ganz bewusst Andreas Store aufsuchen, oder Spaziergänger, die es interessehalber in den Hof hinein verschlägt. Gerne schauen diese, angezogen vom Duft und dem schön gestalteten Eingang, in das Geschäft von Andrea. ACHTSAM Kosmetik verkauft sich auch in diesen Zeiten gut. Viele Kund*innen schätzen, dass ACHTSAM Kosmetik ausschließlich aus heimischen Zutaten besteht. Andrea verkauft ihre Kosmetik auch online, arbeitet eng mit Kosmetikerinnen zusammen, die von ihren Produkten begeistert sind; oder vertreibt ihre nachhaltige Pflegelinie in Kosmetik-Institute, Hotel-Spas, Naturkosmetikläden und/oder Apotheken im In- und Ausland.

Beim Eintreten riechen wir Lavendel, auch ein wenig Zirbe, der Raum im historischen Meierhof ist lichtdurchflutet, Stuckdecke und Lüster schaffen neben den besonderen Designstücken, die hier auch neben der Kosmetik angeboten werden, ein besonderes Ambiente.

Porzellan von Mano-Design, Leitner-Leinen und Beton-Beauties von “frau klarer” finden wir hier genauso, wie ein paar Porzellanschälchen von Textpoterie.  🙂

Allerdings wird der Laden in der jetzigen Form nur noch bis Ende Februar 2022 bestehen, da Andrea für das Herstellen und den Versand von ACHTSAM Kosmetik Platz braucht. Ab März 2022 wird der Laden Freitag Nachmittag für alle geöffnet haben, die direkt vor Ort ACHTSAM Kosmetik kaufen möchten.

Liebe Andrea,

 

Was hat dich dazu bewogen, mit über 40 beruflich etwas Neues zu starten und ein Unternehmen zu gründen?

In meinem Fall war das der Verlust meines damaligen Jobs. Nach dem BWL-Studium habe ich 30 Jahre in österreichischen Unternehmen gearbeitet, wo ich für Produktentwicklung von Konsumgütern zuständig gewesen bin. Diesen Job habe ich – kurz vor meinem 50. Geburtstag, von einem Tag auf den anderen – verloren. Geplant hatte ich meine Selbständigkeit also nicht. Ich brauchte vielmehr dieses doch sehr traumatische Ereignis, um mich neu auszurichten. Meine Freundinnen und meine Familie haben mich ermutigt, mich mit meiner Kosmetik, die ich schon seit einiger Zeit “zusammengerührt” habe, selbstständig zu machen.

Nun habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und freue mich jeden Tag darüber. Rückblickend hätte ich das schon viel früher tun sollen. Aber wer verlässt schon gerne (freiwillig) die Komfortzone?

 

Welche Idee hast du als erstes umgesetzt?

Die Rezepturen für meine (ersten) Kosmetikprodukte hatte ich zu diesem Zeitpunkt längst entwickelt. Der erste Schritt für mich war also, wirklich ein authentisches Konzept zu erstellen. – Das war ja auch Teil in meiner früheren Arbeit gewesen: Konzepte für Produkte zu entwickeln, die neu auf den Markt kommen. – Für mich stand immer schon der achtsame Umgang mit Menschen, mit Produkten, mit der Natur, mit unserer Region, aber auch Nachhaltigkeit im Vordergrund. All das habe ich in dieses Konzept verpackt.

Das ist richtig viel Arbeit! – Den Markennamen zu finden, ein Logo zu entwickeln, Verpackungen zu gestalten … Dann habe ich mir natürlich auch überlegt, wo ich meine Produkte verkaufen möchte und zu welchem Preis, etc.

 

Wann hast du begonnen?  Wie hast du begonnen? 

Im Frühling 2017 habe ich mein Unternehmen gegründet. Damals war die Herstellung von Kosmetik noch ein sogenanntes geregeltes Gewerbe gewesen und man musste eine Ausbildung dazu machen. Was mir allerdings dann auch sehr zugute kam, um all die ganzen Auflagen der Kosmetikbranche zu kennen und erfüllen zu können.

Grundsätzlich arbeitete ich allein, jedoch mit sehr viel unterstützendem Feedback meines Mannes. Es ist immer gut, wenn es da jemanden gibt, mit dem man sein Konzept querchecken kann, Feedback einholen kann. Und natürlich war auch die tatkräftige Unterstützung meiner ganzen Familie (verpacken, etikettieren, etc.) für mich sehr wertvoll …. und ist es heute noch!

 

Wo hast du begonnen?

Begonnen habe ich Zuhause, in der Küche. Mit jeder Menge Kartons, Gläsern und Verpackungsmaterial im Wohnzimmer. 😊 Es war fürchterlich! Mir wurde sehr schnell bewusst, dass das so nicht geht. Und wie das Leben oft so spielt, habe ich durch Zufall dann von leerstehenden Räumen im Stift St. Florian erfahren. Die hatten offenbar auf mich gewartet!

 

Wie geht es weiter?

Mein Wunsch ist, eine Person in nächster Zukunft einzustellen, die mir bei der administrativen Arbeit hilft: bei den Büroarbeiten, beim Abwickeln von Bestellungen, beim Verpacken und Versenden der Bio-Kosmetik …

Den Shop werde ich in einer anderen Form weiter führen. Da wir zur Herstellung der Kosmetik, für den Versand etc. Platz brauchen, werde ich leider die schönen Designstücke in Zukunft nicht mehr in meinem Sortiment haben. An einem Freitag Nachmittag wird mein Geschäft allerdings weiterhin geöffnet haben und ich werde nach wie vor neben der Manufaktur, auf weniger Fläche, meine Bio-Kosmetik verkaufen. – Der Verkauf in diversen Läden, Apotheken, Hotelshops, … und bei Kosmetikerinnen bleibt und wird ausgebaut werden. Auch mein Onlineshop bleibt erhalten.

 

Welche Frau/welche Frauengeschichte inspiriert dich besonders?

Grundsätzlich inspirieren mich Menschen jeden Geschlechts, die sich nicht unterkriegen lassen! Bei Frauen finde ich das aber noch viel eindrucksvoller, weil bei ihnen meist noch die – oftmals als selbstverständlich angesehene – Kindererziehung und Haushaltsarbeit dazukommt. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Frauen, zum Teil alleinerziehend, die es trotzdem geschafft haben, ihren beruflichen Lebenstraum zu erfüllen. Denen gilt mein größter Respekt! Was für mich aber auch wieder beweist, dass man alles erreichen kann, wenn man es wirklich will!

 

Wie würdest du den Satz ergänzen?

 

older, but better and …  self-consistent!”

 

Andreas Beispiel zeigt, dass Umstände, die eine besondere Herausforderung für mein Leben sein können, – in Andreas Fall war es die Kündigung gewesen, helfen können, die eigenen Träume umzusetzen. Dafür ist jede*r selbst verantwortlich. – Natürlich brauchen wir dazu oft auch die Ermutigung, die Hilfe und Unterstützung von anderen.

Danke, liebe Andrea fürs Mitmachen, bei der Blogreihe @textpoterie „older, but better and…“! Danke für deine Inspiration und besonders auch für deine “achtsame Kosmetik”.

 

 

 

1 Kommentar
  1. Andrea Seebacher
    Andrea Seebacher sagte:

    Liebe Christine, vielen Dank, dass ich Teil Deiner Blogreihe “older, but better, and …” sein darf! Der Blog ist eine ganz tolle Idee. Ich hoffe, dass er auch anderen Frauen 40+ (oder mehr ) Mut macht, im Leben etwas zu ändern. Dazu ist es nämlich nie zu spät! Alles Gute und vielen Dank! Andrea Seebacher

    Antworten

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